...Trevor und wie er die Welt sieht ... cheeky

 

Wenn Engel reisen lacht der Himmel, und weil mein Frauchen mich andauernd „mein Engel“ nennt (was ich ein wenig unangemessen für einen erwachsenen Rüden finde), war das Wetter für unseren Ausflug ins Schwabenländle so wie bestellt.😇

Bei Wilsons Verwandtschaft wurde so einiges geboten: 5 wunderhübsche Cockermädels als fröhliches Empfangskomitee, eine nach fantastischen Leckereien duftende Küche und ein speziell für die kleine Pottsau zum Baden angelegter Fischteich. Wer die „kleine Pottsau“ ist, ist klar, oder? 😆
Dass mein Herrchen vor Freude über die „schwäbische Vesper“ jubilieren würde, war keine Überraschung, aber dass auch mein Frauchen ihre Leidenschaft für Bratwurst aus der Dose (ehrlich, so was gibt’s, auch wenn ich‘s nicht kosten durfte) entdecken würde war eher unwahrscheinlich… aber das nur nebenbei bemerkt!😀
Übrigens: dass Wilsons Abstecher in den Fischteich mit einer exklusiven Spa-Behandlung auch noch belohnt wurde, ist schon absonderlich?! 😎 
Meine Vorstellung vom Familienausflug in den Wildpark Bad Mergentheim musste ich ziemlich schnell korrigieren. Ich hatte gedacht, es heißt Wildpark, weil wir Spaniels wie wild rumtoben würden. Aber tatsächlich heißt es Wildpark, weil es dort noch wildere Kreaturen als uns gibt. Vorsichtshalber blieben wir alle an der Leine… keiner hätte sich wohl über ne apportierte Wollsau gefreut.😉 🐷
Dass der kleine Scheißer (ihr wisst schon, Marlowe, mein jeckes Söhnchen) und ich als Quotenspringer viel Spaß hatten, war spätestens klar, nachdem wir immer wieder witternd die Nase in die Luft gereckt haben, um herauszufinden wie all die fremden Gerüche zuzuordnen sind.😄
2 Springer, 12 Cocker und 1 Wilson waren übrigens ganz besonders begeistert von dem dargebotenen Lunch - Würstchen für alle!! Und deshalb fordern wir „Christine for president“🌭
Zum Abschluss bekamen wir noch die Gelegenheit ein wenig im gemütlichen Auto zu chillen, derweil unsere Zweibeiner sich rücksichtsvoll zum Essen zurückgezogen haben. Vielen Dank dafür. 😴
Alles in allem war unser Ausflug ins Schwabenländle rundum gelungen.😘

 

Herzliche Grüße vom rasenden Reporter, Trevor

 

Der Rhein – unendliche Weiten

Ich ben e'ne Kölsche Jung, wat willste maache? Ich ben e'ne Kölsche Jung un dun jään laache.
Ich ben och söns nit schlääch, nä ich ben brav, Ming Lieblingswöötsche, heiss Kölle Alaaf!

STOPP!!!

Frauchen wollte unbedingt, dass ich das schreibe – als hätte ich als Englischer Springer Spaniel aus dem Münsterland stammend nicht schon genug Identitätsprobleme...

Nun gut, Fakt ist, dass mein tägliches Revier, wie aus dem Titel ersichtlich, der Vater Rhein ist – wenn auch nicht in und um Köln, sondern in Neuss – zumindest auf der richtigen Rheinseite sagt Frauchen...

Jetzt aber zum eigentlichen Thema:

Unser Spaziergang fängt mit einer sehr kurzen Autofahrt an – Frauchen fährt dann mit uns auf den geheimen Parkplatz, den ich hier nicht näher beschreiben darf, und dann geht’s Leinen los...

Oft laufen wir zuerst ein Stück auf dem Damm (also wir laufen, Frauchen geht!!), wo der kleine Scheißer immer so herrlich bekloppt hinter seinem Ball herjagen kann, biegen aber dann schnell Richtung Wasser ab und stehen plötzlich auf allen vier Pfoten im Naturschutzgebiet, wo sich u.a. Rebhühner und Fasane hoch machen lassen -  großartig!!

Häufig stromern wir weiter nach Hawaii, wo es herrliche Sandstrände, klares Wasser und viel Platz zum Baden, Spielen und Toben gibt. Auf dem Weg dorthin passieren wir Kyras Zeltstadt und müssen fein aufpassen, dass die Süße uns leben lässt - schließlich verteidigt die obdachlose Aussteiger-Hündin mit festem Wohnsitz nicht nur ihr Herrchen, sondern auch ihre Kinder.

Ziemlich regelmäßig treffen wir auf unserer Wanderung die dicke Frieda und den pummeligen Max, die inzwischen, allein Dank eines Haarschnitts, schlank geworden sind – klappt nur bei Neufundländern sagt Frauchen... der Riese Ilja hat keine Haare zu schneiden, der gibt auch so mit seinem Körper an – Dogge eben...

... und wenn wir kurz hinter Hawaii am Ende der Ölgangsinsel gelandet sind, kehren wir wieder um – 1,5 Stunden sind dann auch schon vergangen und Marlowe hofft täglich doch noch seine, im wahrsten Sinne des Wortes, große Liebe Briska zu treffen!!

Klar, treffen wir unterwegs noch viele bekannte und unbekannte Schnauzen – außer wir benutzen den „verwunschenen Weg“, da trauen sich nur die Verwegensten hin und deshalb sind wir dort oft ungestört...

Leider gibt es auf unserer Runde auch manchmal Verkehrsbehinderungen: Schafe mit dressierten Fiffis, denen wir lieber aus dem Weg gehen oder sehr willige Hundedamen, die uns wegen ihrer verstockten Frauchen abblitzen lassen müssen...

Und vom Rheinpark, wo der kleine Scheißer behinderte Kaninchen anschleppt und Frauchen mit mir zum Eistauchen geht, erzähle ich beim nächsten Mal...

 

Naturheilkunde nach Trevor 

... so Leute, jetzt muss ich mich doch echt mal wieder zu Wort melden...

Meine Menschen haben den kleinen Scheißer und mich zum Spaniel-Stammtisch geschleppt - und was wir uns da anhören mussten war ungeheuerlich!

Da stand also eine kleine, junge Frau, sah völlig harmlos aus, und hielt Vorträge über unfassbar brutale Methoden uns zu drangsalieren...

Zunächst drohte sie mit spitzen Nadeln, die in alle verfügbaren Gliedmaßen gerammt werden sollen (z.B. in die Füße um Bauchschmerzen zu beeinflussen – verrückt, oder?), dann sprach sie über die Möglichkeit uns möglichst elegant mit so genannten „Heilpilzen“ zu vergiften, anschließend sollte dann unserem lebenden Blut unter dem Dunkelfeldmikroskop der Gar ausgemacht werden, nur um uns anschließend mit der Biochemie nach Schüssler zu versalzen – und als ob das alles noch nicht reichen würde, sollten wir ganz zum Schluss als Vampir-Blutegel-Futter dienen.... ich fass es nicht...

... okay, okay, mein Frauchen sagt, der ganze Vortrag habe sich mit

 „Möglichkeiten aber auch Grenzen beim Einsatz der Naturheilkunde bei Tieren“ befasst und sei keineswegs brutal sondern eher sanft zu verstehen, aber das muss einem ja auch hundgerecht erklärt werden!!

Ich hab’s jetzt kapiert: tatsächlich ging es also um Akupunktur, chinesische Heilpilze, Sanum-Therapie, Biochemie nach Schüssler und therapeutische Anwendung von Blutegeln

Also Kumpels, wenn ihr demnächst Julia Schmitgen zu Hause begrüßen dürft – keine Sorge, es ist nur zu eurem Besten und ich weiß wovon ich rede...

... aber eins ist und bleibt mir ein Rätsel: Fridas und Enjas Frauchen war so begeistert von der Blutegel-Sache, fand auch heilende Maden prima, dass sie eine eigene Blutegel-Maden-Zucht eröffnen möchte...

 

...seit Jahren schon denke ich über das Rätsel der „gemeinen Hundeklette“ (lat.: clettus canini simplex) nach.

Ihr kennt das sicher alle: In einem bestimmten Zeitraum des Jahres bekommen wir zusätzlich zu allen ohnehin vorhandenen Kosenamen noch Namenszusätze wie „Klettenmagnet“, Klettengerüst, oder ähnliches... als würde sich irgendeiner von uns absichtlich mit Kletten kontaminieren – okay, anfangs, als ich Dreadlocks noch für  cool hielt,  vielleicht...

Aber vermutlich geht es uns doch allen gleich: mit brachialer Gewalt und unter Zuhilfenahme verschiedener Folterinstrumente (Bürsten, Kämme oder Scheren) rückt man (oder eher frau) den Dingern, ungeachtet unseres Leidens, zu Leibe.

Ich bin deshalb an der entgültigen Lösung des Problems sehr interessiert.  Aber weder mein Ausflug in die Physik noch die Vermeidungsstrategie führen zum Erfolg.

Zwar weiß ich jetzt einiges über Erdanziehungskraft (ihr wisst schon: Newton, Apfel, Beschleunigung und so), allerdings habe ich keine Ahnung von der Klettenanziehungskraft – denn selbst wenn ich mich von den gefährlichen Büschen fernhalte, springen mir Kletten mit Anlauf ins Fell – ich schwöre! Also - wer kann helfen!?

 

Wer bisher glaubte, es gäbe 9 Spanielrassen muss sich eines besseren belehren lassen. Egal ob Springer, Cocker oder Ami, letztlich sind wir alle „Jumping-Spaniels“. Selbst die niedrigsten Hürden, die nicht existierenden Wassergräben und die bequemsten Kurven stellten für uns kein Problem dar. Jedes Hindernis, vorhanden oder auch nicht, wurde souverän bewältigt. Der CHIO Aachen hat ernstzunehmende Konkurrenz bekommen. Das Weltfest des Pferdesports kann einpacken, denn jetzt gibt es die GS (Gut-So) Neuss, das Volksfest der hüpfenden Hunde.

... und ich war für Euch live dabei...

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist „T.“ und ich bin ein Hund.

Ich wende mich an Sie, weil ich mich endlich einmal öffentlich und nach allen Regeln der Kunst bedanken möchte.

Sie Stadt Neuss bietet mir und meinen Artgenossen so unglaublich viel, was nicht gebührend gewürdigt wird. So gibt es z.B. wunderschöne Freilaufflächen direkt am Rhein, die nicht nur die Möglichkeit ungestörten Tobens und ausgelassenen Schwimmens bieten, sondern auch noch täglich ein Gratis-Picknick im Angebot haben. Abgekaute spitze Hühnerknochen, übriggelassene Grillsaucen und Salate, verschimmelte Brote, stark gewürzte Steaks, tödliches Schweinefleisch und andere Genüsse machen den täglichen Spaziergang für mich zum besonderen Erlebnis. Nicht zu vergessen all das kostenlose Spielzeug: abgeschlagene Flaschenhälse, Scherben, Pappteller und -becher, verglühte Kohle, offene Blechdosen, Plastiktüten, benutzte Windeln, den ein oder anderen Grill und manchmal sogar wertvolle Dinge wie Besteck, Bekleidung oder Einkaufswagen. Auch mein Sohn, der immer mit mir unterwegs ist, kann seine Leidenschaft sich in allzu menschlichen Ausscheidungen oder stinkendem Fischabfall zu wälzen ungestört ausleben.

Es ist wirklich bemerkenswert großzügig, dass niemals jemand in der Nähe ist, der den Versuch unternimmt unser Paradies zu zerstören.

Zugegeben, mein Frauchen ist komplett anderer Meinung. Sie bezeichnet unsere Spielwiese als Müllhalde und teilt unsere Freude keineswegs. Sie spricht von Abfall und Unrat und davon, dass die Leute, die das hinterlassen mit Geldbußen oder besser noch Gefängnisstrafen belegt werden sollten. Aber mal ehrlich, sie spinnt halt ein bisschen, räumt sie doch immer unsere „Hinterlassenschaften“, wenn dann in der Stadt mal ein „Malheur“ passiert, im „Kotbeutel“ weg. Manchmal läuft sie sogar eine kleine Ewigkeit mit diesen gut gefüllten Tütchen durch die Stadt, weil kein Mülleimer aufzutreiben ist.

Übrigens: Vor ein paar Tagen musste ich meinen Standpunkt dann doch überdenken: Als sich mein Kumpel beim Spielen am Rhein schwer den Fuß verletzte, weil er in Überreste einer Grillparty getreten ist. So viel Blut – das hat auch mir nicht gefallen.

Mit freundlichen Grüßen

T.

P.S.: Ab und zu spielen dort auch Menschenkinder!

 

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